Regionales Bündnis zu Bergbaualtlasten auf breiter gesellschaftlicher Basis

Das recomine-Bündnis wird vom Förderprogramm WIR! des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert und arbeitet an der Schnittstelle von Umwelttechnologie, Ressourcentechnologie und Digitalisierung am Thema Bergbaualtlasten. Während Bergbaualtlasten entweder als verbliebene Ressourcen oder als sanierungswürdige Umweltgefahren betrachtet werden, verfolgt das recomine-Bündnis einen ganzheitlichen Ansatz. In recomine entwickelt sich eine innovative Technologieplattform, die es sich zum Ziel setzt die Beseitigung von Umweltbelastungen mit der Erschließung fein verteilter Rohstoffquellen zu kombinieren. Die Umsetzung wird durch ein breites Bündnis aus Forschung, Industrie, Gewerbe und Gesellschaft in der Region Erzgebirge erfolgen. Da viele Bergbau- und Hüttenstandorte weltweit vergleichbare Probleme und Fragestellungen haben, werden neu entwickelte Lösungen in der Region getestet, weiterentwickelt und dann auf dem Weltmarkt angeboten.

Wichtige Impulsgeber sind die in Umwelt- und Rohstoffthemen führenden Forschungseinrichtungen in der Region: die Technische Universität Bergakademie Freiberg, und das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf e.V. (HZDR). Das HIF initiierte zusammen mit der Bergakademie recomine und übernimmt die Koordination des Bündnisses. Wesentlich gestützt wird das Vorhaben von Akteuren der Wirtschafts- und Regionalentwicklung. Die SAXONIA Standortentwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH und die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH unterstützen recomine ebenso tatkräftig wie regionale Sanierungsträger und Unternehmen der Rohstoffverarbeitung, des Recyclings, der Umwelttechnik und der Unternehmensberatung. Eine große Zahl von mittelständischen Unternehmen wirkt bereits im Bündnis mit. Weitere Institutionen werden in der laufenden Umsetzungsphase eingebunden.

Das Gesamtziel des Vorhabens ist vor allem die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie zum Fortschritt der Innovationsfelder der Institutionen im Bündnis. Diese Strategie zeichnet sich durch einen Neuheitsgrad an thematischen und methodischen Ansätzen für die Region aus und widmet sich bewusst gesellschaftlichen Fragestellungen, die zu Ressourcen und Altlasten auftreten.

 

Ressourcenorientierte Umwelttechnologien für das 21. Jahrhundert

Entwicklungsfelder für innovationsbasierten Strukturwandel im Erzgebirge

Das Bündnis recomine hat die Vision, regional gewachsene Kompetenzen im Bereich der Umwelttechnologien weiterzuentwickeln, hin zu einer Erschließung disperser Rohstoffquellen. Typische Altlasten wie die Erprobungs- und Demonstrationsstandorte im Erzgebirge sind beispielhaft für Altlasten weltweit und werden nutzbar gemacht. Eine Sanierung solcher Standorte wird finanziell realisierbar indem verbliebene Rohstoffe gewonnen und anfallende Sanierungskosten gesenkt werden.

Die Entwicklungsfelder des Projektes recomine stehen für die drei Bergbaualtlastentypen:

  1. Spül- und Aufbereitungshalden
  2. Gruben- und Haldenwässer
  3. Schlacken und Aschen

Die regionale Industrie und die Forschungseinrichtungen verfügen über ein bemerkenswertes Knowhow in der Automatisierungs- und Sensortechnik, das genutzt werden kann, um zukunftsfähige und effiziente Technologien mit maximaler Wirtschaftlichkeit zu etablieren.

Die jahrhundertelange Geschichte des Montan- und Hüttenwesens im Erzgebirge zeichnet die Region als idealen Modellstandort aus, um dort ressourcenorientierte Umwelttechnologien in Pilot- und Demonstrationsanlagen aufzubauen und für den Weltmarkt zu entwickeln. Dazu werden im recomine-Bündnis vorerst vier Entwicklungsstandorte aufgebaut: (1) die Spülhalde Davidschacht in Freiberg, (2) der Rote Graben in Freiberg und Tuttendorf, (3) die Halden und das Grubengebäude in Ehrenfriedersdorf, (4) der historische Hüttenstandort Muldenhütten. An diesen und ggf. weiteren Entwicklungsstandorten können Bergbaualtlasten zur Technologieentwicklung, zu Weiterbildungs- und zu Forschungszwecken genutzt werden.

Die Schnittmengen der Entwicklungsfelder des Bündnisses recomine gründen auf einer breiten gesellschaftlichen Basis.

Wirtschaftliches Potential für ein langfristiges Bündnis

Laufende Forschungsprojekte auf nationaler, europäischer und globaler Ebene zeigen das wirtschaftliche Potential und das große Interesse an ressourcenorientierten Umwelttechnologien. Außerdem zeigen die Entwicklungen auf dem globalen Rohstoffmarkt, dass die Aufbereitung von Altlasten mit großen Volumina wirtschaftlich interessant ist. In Projekten, die sich der Aufbereitung von Altlasten widmen, steht typischerweise die Rohstoffgewinnung im Vordergrund. Umwelt- oder Standsicherheitsfragen spielen aber zunehmend eine tragende Rolle und erzeugen einen Handlungsdruck auf die beteiligten Akteure im Bergbau und im Umgang mit dessen Liegenschaften. Das wirtschaftliche Potential für die zu entwickelnden und umzusetzenden recomine-Technologien liegt somit eindeutig in der Kombination der Sanierungsleistung mit der Ressourcengewinnung.

Abbildung 2: Das Bild zeigt einen Bohrkern aus einer Altlast des Zinnbergbaus in Altenberg. Die Farbe des frisch geöffneten Bohrkerns wird mithilfe einer Farbskala für eine Bohrkernbeschreibung einges

Das Bild zeigt einen Bohrkern aus einer Altlast des Zinnbergbaus in Altenberg. Die Farbe des frisch geöffneten Bohrkerns wird mithilfe einer Farbskala für eine Bohrkernbeschreibung eingeschätzt.

Aktuelles

Unser WIR!-Bündnis beteiligt sich an einem Innovationswettbewerb des britisch-australischen Konzerns BHP Group.

Am 5. August 2020 ist der globale Industriestandard für das Management von Halden (Global Industry Standard on Tailings Management) eingeführt worden.

Wir laden alle Partnerinstitutionen und Interessierte am 02.03.2020 zum Ideenworkshop im HIF Freiberg ein.

Das recomine-Bündnis hat sich am 6. Februar für ein Statusmeeting in der Alten Mensa in Freiberg getroffen.